GZ: Verschneites Goslar in Szene gesetzt

© Goslarsche Zeitung vom 10.02.2015

Goslar. „Wir hatten 10 Grad plus und leichten Nieselregen, als wir die Ausstellung planten – von Schnee keine Spur“, sagte Ulrich Albers, Leiter des Stadtarchivs Goslar, bei der Vernissage von „Winterimpres­sionen“ am Samstagnachmittag.


bild10022015_1.jpgUmso mehr Schnee ist auf den rund 70 historischen Bildern und alten Postkarten zu sehen, die derzeit die Räume des Stadtarchivs schmü­cken.

Sie zeigen, wie der Winter die Kaiserstadt verzaubert und in ein anderes Licht rückt, bilden stim­mungsvolle Momentaufnahmen von verschneiten Gassen und Gebäuden ab, erinnern an chaotische Wetter­verhältnisse, zum Beispiel nach dem Schneesturm im November 1965.

Historische Szenen Hier rodeln Kinder die Bergstra­ße hinab, dort tuckert ein alter Stadtbus die Kettenstraße entlang, daneben stürzt eine Dachlawine auf die Rosentorstraße oder die Ski­truppe der Goslarschen Zeitung stellt sich 1929 zum Gruppenfoto auf. Auch die berühmten Schnee­bautenwettbewerbe mit ihren kunst­vollen Figuren haben ihren Platz. Eindrucksvoll in Szene gesetzt wer­den natürlich auch Goslarer Se­henswürdigkeiten wie die Domvor­halle, die hinter schneeverhangenen Bäumen hervorblickt, oder die weihnachtlich beleuchteten Fach­ werkhäuser am Schuhhof. Dass der Winter nicht nur gemütliches Flair mit sich bringt, beweisen Fotos von Menschen, die der Schneemassen auf Autos und vor Häusern Herr werden wollen.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Leihgaben des Skimuseums Braunlage sowie aus Privatbesitz, wie etwa Schneeschuhe aus der Zeit um 1900, die die Thematik veran­schaulichen. „Tagelang haben wir die Motive aus unserem Bestand von rund 130 000 Bildern ausge­wählt“, sagte Albers. „Bei den meisten ließen sich zwar die Foto­grafen ermitteln, die Aufnahmeda­ten jedoch nicht. Das ist aber gar nicht tragisch, in erster Linie zählt die Atmosphäre, die die Bilder ein­gefangen haben.“ 

bild10022015_2.jpg„Die Ausstellung will nicht beleh­ren, sondern das Gemüt berühren. Wir möchten damit unsere Arbeit bekannter machen und sie ins öf­fentliche Bewusstsein rücken“, er­klärte Christa Sauthoff, Vorsitzende des Vereins pro- Stadtarchiv. Zu sehen bis 2. April Alle Bilder stehen zum Verkauf, die kleinen kosten 15, die doppelt gerahmten und großen 20 Euro. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 2. April.