Extra: Stadtarchiv eröffnet Ausstellung Winterimpressionen

© Extra am Mittwoch vom 11.02.2015

extra11022015_3.jpgGOSLAR. „Wir hatten 10 Grad plus und leichten Nieselregen, als wir die Ausstellung planten ­von Schnee keine Spur“, sagte Ulrich Albers, Leiter des Stadt­archivs Goslar, bei der Vernissa­ge von „Winterimpressionen“ am Samstagnachmittag. Umso mehr Schnee ist auf den rund 70 historischen Bildern und al­ten Postkarten zu sehen, die der­zeit die Räume des Stadtarchivs schmücken. Sie zeigen, wie der Winter die Kaiserstadt verzaubert und in ein anderes Licht rückt, bilden stimmungsvolle Momentaufnah­men von verschneiten Gassen und Gebäuden ab, erinnern an chaotische Wetterverhältnisse, zum Beispiel nach dem Schnee­sturm im November 1965. Hier rodeln Kinder die Bergstra­ße hinab, dort tuckert ein alter Stadtbus die Kettenstraße ent lang, daneben stürzt eine Dach­lawine auf die Rosentorstraße oder die Skitruppe der Goslar­schen Zeitung stellt sich 1929 zum Gruppenfoto auf. Auch die berühmten Schneebautenwett­bewerbe mit ihren kunstvollen Figuren haben ihren Platz.

Die Schneemassen bezwingen: Eindrucksvoll in Szene gesetzt werden natürlich auch Goslarer Sehenswürdigkeiten wie die Domvorhalle, die hinter schnee­verhangenen Bäumen hervor­blickt, oder die weihnachtlich beleuchteten Fachwerkhäuser am Schuhhof. Dass der Winter nicht nur gemütliches Flair mit sich bringt, beweisen Fotos von Menschen, die der Schneemas­sen auf Autos und vor Häusern Herr werden wollen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Leihgaben des Skimuse­ums Braunlage sowie aus Privat­besitz, wie etwa Schneeschuhe aus der Zeit um 1900, die die Thematik veranschaulichen.

„Tagelang haben wir die Motive aus unserem Bestand von rund 130.000 Bildern ausgewählt“, sagte Albers. „Bei den meisten ließen sich zwar die Fotografen ermitteln, die Aufnahmedaten jedoch nicht. Das ist aber gar nicht tragisch, in erster Linie zählt die Atmosphäre, die die Bilder eingefangen haben.“

„Die Ausstellung will nicht be­lehren, sondern das Gemüt be­rühren. Wir möchten damit un­sere Arbeit bekannter machen und sie ins öffentliche Bewusst­sein rücken“, erklärte Christa Sauthoff, Vorsitzende des Ver­eins pro-Stadtarchiv. Alle Bilder stehen zum Verkauf, die kleinen kosten 15, die dop­pelt gerahmten und großen 20 Euro. Zu sehen ist die Aus­stellung zu den Öffnungszeiten bis zum 2. April.